Unterscheidung der Geister

Stopp! Wenn Verwirrung tobt, sich alles im Kreis dreht, nicht noch das Tempo erhöhen! So verstehe ich eine Regel zur Unterscheidung der Geister von Ignatius von Loyola.

Bild: Michael Pollak, Kreisel, flickr

Ignatius im O-Ton: “Zur Zeit der Trostlosigkeit niemals eine Änderung vornehmen” (Exerzitienbuch Nr. 318), sondern den gefassten Vorsätzen und Entschlüssen treu bleiben, bis die Verwirrung sich legt. Dann kann ich alles neu überdenken und, wenn nötig, neu entscheiden.

“Sie sollten jetzt erst einmal gar nichts machen!” Wenn ich diesen Satz in einer geistlichen Begleitung ausspreche, schaut mich mein Gegenüber in aller Regel mit großen Augen an. Der Satz ist eine Entlastung, denn wer will sich Untätigkeit vorwerfen, wenn alles nicht mehr zu passen scheint?

Doch es ist ein spiritueller Erfahrungswert: In der Krise hilft kein Aktionismus! “Sie vergrößern nur das Chaos! Lassen Sie es, kommen Sie erstmal zur Ruhe! Dann schauen Sie neu! Jetzt ist wichtig: Was hilft Ihnen, zur Ruhe zur kommen? Lassen Sie uns gemeinsam überlegen.”

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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