Den Kopf in den Nacken gelegt staune ich: Sterne über Sterne! Ein gigantischer Nachthimmel über mir. Insekten steuern einen leisen Soundtrack zu diesem Naturschauspiel bei, sonst kein weiteres Geräusch, Stille. Ich kann es nicht fassen, unglaublich: Ich, nachts, allein in der Atacama-Wüste!

Bild: Mahkeo, unsplash

Ich habe unser Quartier einige hundert Meter hinter mir gelassen. Anfangs fühle ich mich noch unsicher, fürchte, irgendein Tier oder Mensch könnte plötzlich aus der Dunkelheit auftauchen und mich erschrecken. Dann werde ich ruhig.

Niemand ist da und doch fühle ich mich geborgen. Es ist eine Gewissheit in mir, dass alles in einem großen, geheimnisvollen Zusammenhang steht. Den Sternenhimmel über mir, weiß ich, spüre ich: Nicht ich bin der Maßstab! Ich bin aufgehoben, geborgen in einem Großenganzen.

Im Alltag verliere ich mich im Kleinklein. Zuhause kommt mir diese Geborgenheit, dieses Wissen um Größeres so leicht abhanden. Manchmal, wenn ich bete, knie ich mich hin. Es hilft mir, mich zu erinnern, mir zu vergewissern: Es gibt einen Zusammenhang, der mich übersteigt und in dem ich geborgen bin.

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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