Im Messbuch steht: “Er — Jesus — nahm das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmt und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.” Dann zeigt der Priester die konsekrierte Hostie der Gemeinde, er hält sie hoch, dass alle sie sehen können.

Es sind nur ein paar Sekunden, ein paar Sekunden Stille, doch als neugeweihter Priester verunsicherte mich diese Stille. Ich hielt die Hostie hoch und dachte: Und was sag’ ich jetzt innerlich, während ich das tue? Spreche ich ein kurzes Gebet? Fällt mir ein Bekenntniswort ein, das mir innerlich nachvollziehen, bekräftigen hilft?

Bild: thomas, Dom zu Speyer, flickr

Es wurde … und ist bis heute ein schlichtes Amen. Ich halte die Hostie hoch, denke an die Worte: “Das ist mein Leib …” und sage innerlich: Und das ist so! Es ist kein besonderes Gefühl, es ist eine große Ruhe in mir, wenn ich mein persönliches Amen spreche.

Ruhepol Geheimnis. Ich kann es nicht beweisen, dass das der Leib Christi ist, ich bekräftige ein Geheimnis und es schenkt mir Ruhe. Gott ist Geheimnis. Natürlich gibt es Fragen und Zweifel in mir. Aber — und das gilt für mich über die Messe hinaus — trete ich dem Geheimnis Gottes offen und empfänglich gegenüber, eröffnet sich mir ein Raum der Ruhe. Das ist so und es bleibt staunenswert für mich!

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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