“Petrus” oder wie Verheißungen ticken

Wer schon einmal in Israel in Cäsarea Philippi war, der muss Jesus ein Kompliment machen: Geniale Kulisse! Denn dort bekommt Simon seinen apostolischen Spitznamen von Jesus zugesagt und wer es dort nicht kapiert, was ein Fels ist, der kapiert es nirgendwo!

Bild: Caesarea Philippi, Bill Rice, flickr

In Cäsarea Philippi, ganz im Norden Israels gelegen, wo die Jordanquellen entspringen, in einer Gebirgsregion, mit steilen Felswänden, sagt Jesus zu Simon: “Du bist Petrus, der Fels.” (Mt 16,18) Möglich, dass Jesus noch mit einer Handbewegung auf die Kulisse verwiesen hat, doch er konnte es sich auch sparen. Was gemeint war, stand Simon buchstäblich vor Augen!

Knapp 2000 Jahre später standen wir da, eine Pilgergruppe, und nickten, umgeben von Felswänden: Ja, so sieht Beständigkeit, Verlässlichkeit aus! Darauf kann man bauen! Wir hielten alle einen Stein in den Händen, als wir die bekannte Bibelstelle am Originalschauplatz hörten. Meine Kollegin Ulla hatte uns dazu aufgefordert und so liefen wir wie beim Ostereiersuchen über das Terrain, bis wir im Kreis standen und zuhörten.

Ich hielt meinen Stein fest in der Hand und dachte mir, den nehme ich als Erinnerung mit! Doch es war nicht der Stein, den ich mitnahm, sondern ein Wort von Ulla: “Als Simon seinen Spitznamen erhielt, da war er noch weit davon entfernt, ein Fels zu sein. Was Jesus ihm da sagte, ist eine Verheißung, … in die er noch hineinwachsen musste.”

Das stimmt, so ticken Verheißungen! Sie müssen ein, zwei Nummern zu groß sein, sonst passen sie nicht! Doch man muss davor nicht erschrecken, die Zeit zum Reinwachsen ist von Anfang an mit einkalkuliert.

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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