Nr. 1 ist natürlich, dass einer von den Toten zurückkam. Das Wie, ist für mich Nr. 2! Denn der Auferstandene hat keinerlei nachtragenden Zug! Gründe hätte er genügend, die Seinen haben auf ganzer Linie versagt. Sie haben ihn verraten, verleugnet und im Stich gelassen.

Bild: Matthias Grünewald, Isenheimer Altar

Anstelle der Jünger hätte ich den Kopf eingezogen, wenn der Chef nach diesem Desaster plötzlich wieder in der Tür steht: “Auweia, jetzt kommt’s dicke! Jetzt können wir uns aber auf etwas gefasst machen!” Und den Chef stelle ich mir vor, die Hände in die Hüften gestemmt und stechendem Blick: “Sagt mal, geht’s noch? Was war los mit euch? Das kann ich nicht einfach so stehen lassen, das hat Konsequenzen, Freunde!”

Ganz anders der Auferstandene: “Friede sei mit euch!” Kein Donnerwetter, keine peinliche Auswertung, keine Drohung. Im Gegenteil, damit es die Jünger wirklich glauben, gleich noch ein zweites Mal: “Friede sei mit euch!” (Joh 20,19–21) Unglaublich!

Auch die zwei Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus vom Auferstandenen Nachhilfe bekamen, wie alles zusammen hängt, sagen nicht, nachdem ihnen die Augen aufgegangen waren, wer ihnen da auf die Sprünge half: “Na, der hat uns ja ganz schön den Kopf gewaschen!”, sondern: “Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?” (Lk 24,32)

Der Auferstandene hat keinen, gar keinen nachtragenden Zug. Rein menschlich ist das nicht erklärbar, da muss Göttliches im Spiel sein. Göttliches ins Spiel bringen: Warum nicht um dieses Wunder beten, dem Auferstandenen etwas abschauen zu dürfen?

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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