Nochmal: Unterscheidung der Geister

Nicht direkt, sondern “über Bande spielen”, das gibts beim Billard, das gibts im geistlichen Leben. Beim Billard meint das, die angezielte Kugel nicht direkt anspielen, sondern über einen einkalkulierten Winkel, über einen Abprall am Spieltischrand. Das ist für Fortgeschrittene!

Bild: Conan, Caos, flickr

Im geistlichen Leben nennt Ignatius einen solchen geschickten Winkelzug “Versuchung unter dem Schein des Guten”. Eine Regel zur Unterscheidung der Geister, die Fortgeschrittene kennen sollten. Wer schon etwas geübt ist, erkennt immer schneller, immer direkter: “Moment, das ist nicht die Stimme des Heiligen Geistes! Hier sind andere Geister im Spiel!”

Fortgeschrittene muss der Ungeist indirekter, trickreicher anspielen: “Was du machst, ist wirklich gut! Sehr gut sogar, Respekt! Aber da geht doch noch was! Ach komm, stell dich nicht so an! Los, leg noch was drauf! Wenn nicht du, wer dann?” Und ehe man sich versieht, ist es “zu viel des Guten”. Überforderung, Erschöpfung, Gereiztheit sind die Folgen.

“Versuchung unter dem Schein des Guten”: Gut gut sein lassen können, wissen, wann weniger mehr ist, auch das ist eine Frage der Unterscheidung der Geister.

Sieh auch Unterscheidung der Geister

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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