Ich wollte immer in die Mission. Es hat nicht geklappt. “Na, was willst Du denn! Du bist doch in der Mission, Deutschland ist unterdessen auch ein Missionsland!” Das ist eine Antwort, wenn ich von meinem nicht verwirklichten Traum erzähle.

Schon, aber ich hatte mir das anders vorgestellt, exotischer. Ich wollte in fremden Sprachen träumen und auf Elefanten reiten. Ich wollte sehen, was mir am eigenen Glauben deutlicher, wichtiger wird, wenn er angefragt ist? Was bewährt, was klärt sich, wenn die Menschen um mich herum andere Glaubensvorstellungen haben?

Bild: SJ-Bild, Detail

Und was ist mir nun klarer geworden, nachdem die Mission, also der Berg zum Propheten gekommen ist, da es der Prophet nicht zum Berg geschafft hat? Die stärkste Glaubensvorstellung um mich herum heißt Unverbindlichkeit: sich nicht festlegen, möglichst keine Verpflichtungen eingehen, nicht konkret werden wollen.

Es wird mir immer klarer, welche hohe Verbindlichkeit Jesus eingegangen ist: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20) Seine Mindestteilnehmerzahl beschämt mich. Sie lässt es nicht zu, mich mit einem „Was bringt das schon?“ zu entschuldigen, zu entziehen. Diese verflixte Teilnehmerzahl kratzt immer wieder an meinem Stolz, viel lieber würde ich Heerscharen missionieren.

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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