Weihnachtszeit, wir feiern die Menschwerdung Gottes. Wie sieht es mit meiner Menschwerdung aus? Ein Jahr liegt hinter mir, bin ich menschlicher geworden? Drei Fragen helfen mir:

Bild: Damien DUFOUR, unsplash
  1. Bin ich liebevoller geworden? Liebe hat mit Hingabe zu tun. In jedem Leben kommt der Punkt, wo Selbstgenügsamkeit nicht mehr genügt. Bin ich hingabefähiger geworden oder hat die Angst, mein Leben zu vergeuden, in mir zugenommen?
  2. Bin ich dankbarer geworden? Ein Ausdruck von Dankbarkeit ist es, andere würdigen zu können. Kann ich andere loben oder bleibe ich in Kritik stecken?
  3. Bin ich gläubiger geworden? Glauben heißt vertrauen. Was traue ich Gott zu? Das ist für mich in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes eine besonders virulente Frage. Denn ein Virus, der uns auseinandertreibt, kann er etwas mit einem Gott zu tun haben, der menschliche Nähe sucht, dafür selbst seine Gottheit aufgibt? Und: Die Pandemie trifft die Ärmsten der Armen am heftigsten. Kann Gott, den wir “pater pauperum”, Vater der Armen nennen, das wollen, traue ich ihm das zu?

Drei Fragen und hoffentlich ein Fortschritt auf dem Weg meiner Menschwerdung 2021.

Jesuit, Priester an der Jesuitenkirche in Innsbruck, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter