Langstreckenspiritualität SJ

Es war für mich ein wertvoller Hinweis: Ignatius von Loyola ist kein Freund des Superlativs. Sein Lebensmotto lautete: Alles zur größeren Ehre Gottes — und nicht: Alles zur größten Ehre Gottes. Ein feiner Unterschied, einer, den ich lange Zeit schlicht übersah!

Ignatius von Loyola, ein Name, der meist wie ein Gütesiegel, wie ein gefühlter Superlativ ausgesprochen wird, schreibt sich und seinem Orden den Komparativ ins Stammbuch. Und das mache ich nicht nur an dem genannten Slogan fest. Ignatius hatte ein Lieblingswort, das in die selbe Richtung weißt: Das kleine lateinische Wörtchen “magis”, auf deutsch “mehr”.

Bild: Funk Dooby, flickr

Zum Superlativ kann ich mich immer wieder mal anspornen. Hat’s geklappt, liege ich glücklich, aber völlig ausgepowert hinter der Ziellinie auf dem Boden. Spiritualität ist aber keine Sprintstrecke, es ist ein Dauerlauf, wo ich mir die Kräfte gut einteilen muss.

Gottes- und Nächstenliebe, Gebet und Einsatz für die Anderen muss ich jeden Tag wieder neu angehen. Natürlich ist dabei wie überall Unterforderung zu vermeiden. Hier kommt das kleine Wörtchen ins Spiel: Vielleicht geht ja etwas “mehr”. Das genügt!

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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