Wo bin ich zuhause, damit ich in die Welt ziehen kann? Gehört habe ich den Satz auf einer Fortbildung. Gedacht habe ich sofort an mein Elternhaus und die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin. Als nächstes kam mir: Bei Gott! Ich bin bei Gott zuhause, das gibt mir Kraft und Rückhalt, um je neu aufbrechen, losziehen zu können.

Bild: Bernhard Heindl SJ, Gloucester

Ehrlicher wäre: Das ist mein sehnlichster Wunsch! Oft wird er mir erfüllt und beten ist wie heimkommen, daheim sein. Aber manchmal sitze ich da und bin nur zerstreut, einfach nicht bei mir. Mein inneres Zuhause scheint verwaist, Gott nicht da zu sein. König David singt: Wann kommst du zu mir? Ich lebe mit lauterem Herzen inmitten meines Hauses. (vgl. Ps 101,2)

Läuterung, mit sich und anderen ins Reine kommen, sicherlich der Königsweg, um Gott zu sich einzuladen. Aber es geht mir jetzt mehr um das Mittel, das König David anwendet: Er singt.

Wenn ich innerlich aus dem Häuschen, einfach nicht bei mir bin, dann singe, summe ich auf meinem Gebetshocker. Es hilft heimzukommen. Gott scheint Musik zu mögen, denn meist lässt er dann auch nicht mehr lange auf sich warten.

Jesuit, Priester an der Jesuitenkirche in Innsbruck, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

Jesuit, Priester an der Jesuitenkirche in Innsbruck, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter