Gottvertrauen: Du handelst an mir!

Spiritualekonferenz, ein Kollege leitet die morgendliche Stillemeditation an. Das Übliche, er nimmt Bezug auf unsere Körperhaltung, die Füße stehen fest auf dem Boden, das Gesäß hat Kontakt zur Sitzfläche, der Scheitel spürt über den Abstand hinweg zur Decke. Ein, zwei Sätze zur Atmung … und dann: “Ich muss jetzt nichts tun. Gott handelt an mir.”

Warum verblüfft mich der letzte Satz so? Gott handelt an mir. So schlicht habe ich Gottvertrauen noch nicht ausgedrückt! Egal, ob ich zerstreut bin oder gesammelt, Gott handelt an mir. Egal, wie diese Gebetszeit abläuft, hoch konzentriert oder fahrig, Gott handelt an mir. Egal, ob ich es merke oder nicht, es geschieht!

Bild: Marc-Olivier Jodoin, Unsplash

Ich sitze da und erzähle Gott, wie überrascht ich bin: “Du handelst an mir. Hm. Meine Güte, was soll der ganze Heckmeck, den ich innerlich immer veranstaltet habe, um mich ruhig zu bekommen?! Du handelst an mir, ich muss nur sitzenbleiben! Es wird seine Wirkung zeigen, jetzt oder später!”

Wieder zuhause sitze ich auf meinem Gebetshocker. Vor meinem Fenster, auf dem Kirchhof, eine Autohupe. Irgendjemand ärgert sich. Vor der Konferenz wäre der Ärger auf mich übergesprungen: VER…, ICH KANN SO NICHT MEDITIEREN! Jetzt kann ich es. Irgendwas wirkt.

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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