“Wer übernimmt die Frühschicht?” — “Die in Sydney, dann kommt Mumbai, Hamburg, Boston.” Eine Arbeitsbesprechung dieser Art braucht es beim Gebet der Kirche, beim Stundengebet nicht. Es läuft! Es läuft mit der Sonne um den Erdball, so weiß jeder, wann er dran ist.

Während in Mumbai sich Christen bekreuzigen und sagen: “Herr, öffne meine Lippen …”, darf in Hamburg noch geschlafen werden, denn das Ziel ist gewährleistet: Immerwährendes Gebet, die Welt zu jeder Stunde vor Gott bringen. Gott unablässig loben, danken und bitten, er möge die Welt in seinen Händen halten, sie segnen.

Bild: Vidar Nordli-Mathisen, unsplash

Wem der Sonnenball den “Gebetsball” zuspielt, der darf ihn für sechs Gebetszeiten* im eigenen Feld behalten. Dann muss er ihn weiterspielen und eine Pause einlegen, die Nachtruhe. Spielregeln für eine weltweite Gebetsgemeinschaft. Globales Zusammenspiel, damit Glaube in der Welt Kraft behält.

“Zu wissen, dass für mich gebetet wird, hat mir gut getan, hat mir Kraft gegeben”, ein Satz den ich immer wieder höre, wenn Menschen eine schwere Zeit überstanden haben. Jeden Freitag heißt es im Nachtgebet der Kirche, in der Komplet: “Du bist in unserer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns ausgerufen; verlass uns nicht, Herr, unser Gott!” (vgl. Jer 14,9)

Gott, die Mitte, die uns zusammenhält und uns Kraft gibt. Es ist gut, in schlechten Zeiten, gemeinsam zu rufen: “Verlass uns nicht, Herr, unser Gott!” Sobald die Sonne aufgeht, liegt der “Gebetsball” in unserem Spielfeld**.

* Drei Hauptgebetszeiten: Morgen-, Abend-, Nachtgebet (lat. Laudes, Vesper, Komplet); drei sog. kleine Gebetszeiten untertags (lat. Terz, Sext, Non)
** Stundengebet-
App

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store