Alle Jahre wieder: Umkehr?!

Wer kennt das nicht: Hier geht es nicht weiter! Jeder weitere Schritt in diese Richtung ist kein Fort-, sondern ein Rückschritt. Ich stehe innerlich im Wald, … bin in eine Sackgasse geraten, … ich muss umkehren!

Die Kirche ruft zweimal im Jahr zur Umkehr, im Advent und in der Fastenzeit. Sie fühlt sich hierin ihrem Meister verpflichtet: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,15) Das sind immerhin die ersten Worte Jesu im Markusevangelium, der ältesten Jesus-Biographie.

Bild: Scott Meis, U-Turn, flickr

Umkehr, ja, wenn ich im Wald stehe, in eine Sackgasse geraten bin. Aber routine-, pflichtmäßig 2 x im Jahr? Da summieren sich in 50 Lebensjahren 100 Kehrtwendungen. Das lässt einen schwindlig zurück. Umkehr, reflexartig ist da ein U-Turn-Schild in meinem Kopf … und über die Häufigkeit eine Kreisbewegung.

Doch das biblische Wort, das Jesus verwendet, legt ein anderes Verkehrsschild nahe. Die Bedeutung des Wortes frei übersetzt wiedergegeben, sagt er: Denkt mal nach, … werdet nachdenklich … Und als Folge: Ändert euren Sinn! (griechisch Metanoia: Nach-, Umdenken, Sinnesänderung). Also, in Verkehrsschildern sagt Jesu: Fuß vom Gas! Rast nicht durch euer Leben!

2 x im Jahr, die Einladung inne zu halten und sich Zeit zu nehmen für Fragen wie: Wo bewegt sich mein Leben eigentlich hin? Stimmt die Richtung noch? Sollte ich etwas ändern, korrigieren? Ist Gott noch mit drin, denn er will mich erreichen (… das Reich Gottes ist nahe)!

Bild: Flynn Featherstone, flickr

Fastenzeit, das muss kein Kreisel werden. Fastenzeit, Sinnesänderung durch Entschleunigung, so verstehe ich Jesu: Kehrt um! Wenn das kein Evangelium ist!

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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