Die Erde stöhnt unter unserer Last. Stichwort Klima: Wir müssen unsere Lebensweise ändern, die Freisetzung von Treibhausgasen reduzieren, sonst kollabiert der Planet. Es fehlt nicht an Erkenntnissen, es fehlt an Kraft, an Mut sie umzusetzen.

Bild: Bernhard Heindl SJ

Ich frage mich: Glaubst du wirklich an Auferstehung? Glaube ich, dass Gott eine Welt für mich bereit hält, die ich ersehne, die mich erfüllt, die keine Fragen mehr aufwirft, sondern mir Frieden und Geborgenheit schenkt?

Glaube ich das? Wenn ja, warum werde ich dann hier die Angst nicht los, zu kurz zu kommen? Warum holt diese Angst, die uns auseinander treibt und unsolidarisch macht, auch mich so leicht ein? Warum will auch ich hier und jetzt rausholen, was rauszuholen ist, selbst auf Kosten folgender Generationen?

Mutig an einen offenen Himmel glauben, hat die Kraft das System: “Nach mir die Sintflut!” zu verändern. Mutig gemeinsam an einen offenen Himmel glauben, kann systemrelevant sein.


Meine online-Bibel listet mir 74 Treffer auf, wenn ich den Satz eingebe: Fürchte dich nicht! Ich fürchte mich vor vielem. Da ist immer eine Ungewissheit, eine Sorge, eine Angst in mir, die mich unfrei macht, die mich beschäftigt.

Bild: Iva Rajovic, Detail, unsplash

Wenn ich still werde und bete, wenn ich in mich gehe, dann ist meine Sehnsucht, dass dieser Satz auch für mich zutrifft, dass er Erfahrung, Wirklichkeit wird. Gott, ein angstfreier Raum in mir. Ein Raum, der mir offen steht, wo ich erwartet werde, wo Ängste schwinden.

Warum gehe ich nicht öfter einfach dorthin? Zugegeben, es braucht etwas Zeit, ich muss erst ruhig werden auf meinem Gebetsschemel. Aber es ist wenig Zeit, verglichen mit der, wo ich mit meinen Sorgen und Ängsten alleine bleibe, ohne dass sie schwinden.


Weihnachtszeit, wir feiern die Menschwerdung Gottes. Wie sieht es mit meiner Menschwerdung aus? Ein Jahr liegt hinter mir, bin ich menschlicher geworden? Drei Fragen helfen mir:

Bild: Damien DUFOUR, unsplash
  1. Bin ich liebevoller geworden? Liebe hat mit Hingabe zu tun. In jedem Leben kommt der Punkt, wo Selbstgenügsamkeit nicht mehr genügt. Bin ich hingabefähiger geworden oder hat die Angst, mein Leben zu vergeuden, in mir zugenommen?
  2. Bin ich dankbarer geworden? Ein Ausdruck von Dankbarkeit ist es, andere würdigen zu können. Kann ich andere loben oder bleibe ich in Kritik stecken?
  3. Bin ich gläubiger geworden? Glauben heißt vertrauen. Was traue ich Gott zu? Das ist…


Weihnachtsvorbereitungen, wir wollen anderen etwas Gutes tun, ihnen eine Freude machen. Gut sein, schenkt unserer Seele Frieden. Gut sein, erinnert uns an unseren Ursprung, an Gott.

Bild: unsplash, Chris Sowder

Im Innersten sind wir gut, es ist unser Wesen. Bosheit ist eine Wesensverfremdung. Wo wir auf Bosheit treffen, erschrecken wir und spüren, hier stimmt etwas nicht! So kann Menschsein nicht gedacht sein!

Authentizität, Echtheit ist uns ein großes Anliegen, ein hoher Wert. Weihnachten lässt uns spüren, wenn wir gut sind, sind wir authentisch, entsprechen wir unserem Wesen.

Weihnachten, die Sehnsucht nach unserem Ursprung. Weihnachten, Stallgeruch “Güte”, unsere Seele kennt den Weg, an Weihnachten führt sie uns heim.


Himmelfahrtskommando, eine Definiton aus dem Netz: Auftrag, der mit großer Wahrscheinlichkeit dem Ausführenden das Leben kostet.
Der Auftrag Jesu Christi: Erlösung erwirken, eine Lösung finden, die die gefallene Menschheit mit Gott versöhnt und zwar eine menschliche Lösung, meint eine Lösung bei der der Mensch eine ernstzunehmende Rolle spielt und nicht einfachhin Gott alles richtet.

Keine göttliche Zwangserlösung, kein göttliches „Schwamm drüber“ und die Uhren einfach auf Null gestellt, vor den Sündenfall: Tun wir so als wäre nichts gewesen! Das wäre des Menschen unwürdig, käme einer Entmündigung gleich.

Bild: Bernhard Heindl SJ

Erlösung, Jesus von Nazareth, noch einmal das Zutrauen, die Hoffnung Gottes, dass es…


Ich telefoniere mit einer alten Freundin. Sie hat ein biblisches Alter erreicht und wir kennen uns seit vielen Jahren. Als ich auflege, schaue ich noch einige Minuten aus dem Fenster und bin mir sicher, ich habe gerade mit einer Heiligen gesprochen! “Heilige sind Menschen, durch die es den Anderen leichter wird an Gott zu glauben.” (Nathan Söderblom)

Diese Freundin hat viel erlebt, nicht nur Leichtes, aber alles mit Gott. Glaubensmut und Zuversicht haben für mich ein Gesicht. Ich sage mir: Es geht, man kann mit Gott durch’s Leben gehen! Schau hin: Dieses Gesicht ist so wahrhaftig, Glaube kann kein Selbstbetrug sein!

Bild: Ágatha Depiné, unsplash

Es war eine tiefe Dankbarkeit in mir, als ich den Hörer auflegte. Sie klingt immer noch nach. Wir sprechen uns Dinge leichter ab als zu. Heiligsprechung, es gibt sie, diese Menschen durch die es mir leichter wird an Gott zu glauben. Kennen Sie auch Heilige?


Lebensläufe, zwei Alternativen:
1. Menschen sind, was sie sind und alles geschieht einfach so im Laufe eines Lebens. Fertig!
2. Menschen sind nicht fertig, sie strecken sich nach Idealen aus und wachsen über Entscheidungen in Ersehntes hinein.

Für mich wird Lebenslauf 2 dem Menschen gerecht. Feste und Feiern helfen mir in meine ersehnten Ideale hineinzuwachsen. Mein Geburtstag geschieht, aber ich entscheide mich ihn zu feiern, um nicht zu vergessen wie kostbar das Leben ist, und in der Hoffnung mehr und mehr ein dankbarer Mensch zu werden.

Bild: SJ-Bild

Ich feiere Eucharistie, weil ich ein erlöster Mensch sein will. Ich muss das immer wieder feiern: Die Frage nach dem Wichtigsten im Leben, nach meinem Seelenheil, ist schon gelöst und zwar von Gott! Tue ich es nicht, verkrampfe ich mich leicht in selbstgemachte Lösungen mit geringer Halbwertszeit, die meist mir und anderen das Leben nur schwerer machen.


Den Kopf in den Nacken gelegt staune ich: Sterne über Sterne! Ein gigantischer Nachthimmel über mir. Insekten steuern einen leisen Soundtrack zu diesem Naturschauspiel bei, sonst kein weiteres Geräusch, Stille. Ich kann es nicht fassen, unglaublich: Ich, nachts, allein in der Atacama-Wüste!

Bild: Mahkeo, unsplash

Ich habe unser Quartier einige hundert Meter hinter mir gelassen. Anfangs fühle ich mich noch unsicher, fürchte, irgendein Tier oder Mensch könnte plötzlich aus der Dunkelheit auftauchen und mich erschrecken. Dann werde ich ruhig.

Niemand ist da und doch fühle ich mich geborgen. Es ist eine Gewissheit in mir, dass alles in einem großen, geheimnisvollen Zusammenhang steht. Den…


Kultiviert essen, das geht leider nicht immer, manchmal muss es auch Fastfood sein, ein schnelles Brötchen auf dem Weg, zwischen zwei Terminen. Doch wird’s das zu oft, dann werden wir unzufrieden, weil Essen eben mehr ist als Kalorienzufuhr!

Essen, schon bei der Zubereitung, wir geben uns Mühe, werden kreativ, nehmen uns Zeit dafür, weil wir wissen, Essen vermag mehr als unseren Körper am Leben zu erhalten, es tut auch unserer Seele gut! …


Wo bin ich zuhause, damit ich in die Welt ziehen kann? Gehört habe ich den Satz auf einer Fortbildung. Gedacht habe ich sofort an mein Elternhaus und die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin. Als nächstes kam mir: Bei Gott! Ich bin bei Gott zuhause, das gibt mir Kraft und Rückhalt, um je neu aufbrechen, losziehen zu können.

Bild: Bernhard Heindl SJ, Gloucester

Ehrlicher wäre: Das ist mein sehnlichster Wunsch! Oft wird er mir erfüllt und beten ist wie heimkommen, daheim sein. Aber manchmal sitze ich da und bin nur zerstreut, einfach nicht bei mir. Mein inneres Zuhause scheint verwaist, Gott nicht da zu sein…

Bernhard Heindl

Jesuit, Priester, Geistlicher Begleiter, Exerzitienleiter

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